April 04 2011
Die Eigenheimzulage - eine umfassende Subvention
Die finanzielle Unterstützung der Schaffung neuen Wohnraumes war eines der größten Subventionierungsprogramme, die je von der Bundesregierung beschlossen wurden. Heutzutage gibt es sie aber nicht mehr.
Die Eigenheimzulage wurde 1997 eingeführt und acht Jahre später wieder zurückgenommen, weil sie dem Fiskus große Ausgaben gebracht hatte. Gefördert wurde allgemein die Schaffung von Wohnraum als Wohnung oder Eigenheim in Deutschland oder auf dem Gebiet der Europäischen Union außer Liechtenstein, jeweils längstens für acht Jahre. Weitere Bedingungen waren die Nichtüberschreitung eines bestimmten Jahreseinkommens, man sollte den Wohnraum selber für eigene Wohnzwecke nutzen und der Objektverbrauch durfte noch nicht eingetreten sein innerhalb der Zeitspanne der Förderung. Die Zulage kostete die Bundesrepublik Deutschland 2004 mehr als 11 Mrd. Euro und wurde seitdem nicht weiter verlängert. Man wollte mit der Förderung den mittelständischen Familien unter die Arme greifen, die planten ein eigenes Haus zu bauen. Das bringt zum einen Vorteile für die Bauindustrie und zum anderen wurden dadurch viele ältere Häuser, die noch aus der frühen Nachkriegszeit stammten, abgerissen und durch Neubauten ersetzt, die ebenfalls nur für jeweils eine oder höchstens zwei Wohneinheiten gedacht waren.
Es gibt zwar heutzutage keine direkte Subventionierung vom Staat, wenn man sich ein eigenes Haus bauen möchte, aber man kann verschiedene Teile des Hausbaus steuerlich günstig absetzen. Zudem hat man immer noch Anspruch auf die Zulage, wenn vor dem Jahr 2006 der Kaufvertrag beurkundet oder der Bauantrag gestellt wurde. Allerdings wird die Zulage dann nicht in der vollen Höhe ausgezahlt und es ist bei neuen Objekten nicht mehr möglich, eine solche zu beantragen. Es ist nicht belegt, dass die Effekte der umfangreichen Förderung wirklich der Bauwirtschaft in dem Maße zugute kamen, wie man es ursprünglich geplant hatte. Der damalige Wechsel der Bundesregierung 2005 hat gleichzeitig zu umfangreichen Einsparmaßnahmen und einer Neubewertung der Tatsachen geführt, denen die von Anfang an umstrittene Eigenheimförderung nicht standhielt und folgerichtig abgeschafft wurde.